Gottlieb · 1983
Q*bert's Quest

Q*bert’s Quest ist ein außergewöhnlicher Flipperautomat, der 1983 von D. Gottlieb & Co. auf den Markt gebracht wurde. Er basiert auf dem extrem erfolgreichen, gleichnamigen Arcade-Videospiel-Klassiker Q*bert aus dem Jahr 1982.
Das markanteste Merkmal des Flippers ist die Anordnung der vier Flipperfinger. Anstatt zwei Finger unten und zwei weiter oben zu platzieren, stehen sie sich in einer X-Form gegenüber. Auch die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig: Drückt man den linken Flipperknopf, bewegen sich der obere linke und der untere rechte Flipperfinger gleichzeitig. Der rechte Flipperknopf steuert entsprechend den oberen rechten und den unteren linken Flipperfinger. Dieses Layout sollte ursprünglich als Schutz dienen, um zu verhindern, dass die Kugel schnell über die Seitenbahnen (Outlanes) verloren geht. Da das System für die Spieler jedoch extrem verwirrend und kontraintuitiv war, stieß der Flipper bei vielen Aufstellern und Spielern auf Ablehnung.
Optisch und akustisch fängt das Gerät die Atmosphäre des Arcade-Spiels gut ein. Das Design orientiert sich stark an der bekannten 3D-Pyramiden-Optik des Videospiels. Auf dem Spielfeld und dem Backglass sind Q*bert sowie seine Gegenspieler Coily, Ugg, Wrong Way und Slick abgebildet. Der Flipper nutzt die damals modernen Soundchips von Gottlieb, um die synthetischen, unverständlichen Fluch-Geräusche von Q*bert („@!#?@!“) originalgetreu wiederzugeben.
Q*bert’s Quest war kommerziell kein Erfolg. In einer Zeit, in der Videospiele die Spielhallen dominierten, konnte das gewöhnungsbedürftige Flipper-Konzept die Masse nicht überzeugen. Aufgrund der geringen Stückzahl von nur 884 produzierten Geräten gilt der Flipper in der heutigen Sammlerszene als sehr seltene und begehrte Rarität. Neben den Komplettgeräten verkaufte Gottlieb auch sogenannte „Conversion Kits“ (bestehend aus Spielfeld, Backglass und Plastikteilen), mit denen Betreiber andere, weniger erfolgreiche Gottlieb-Flipper zu einem Q*bert umbauen konnten.
Die Spielregeln von Q*bert’s Quest übertragen das grundlegende Spielprinzip des Arcade-Videospiels – das Einfärben von Pyramidenstufen – geschickt auf einen Flipperautomaten. Das Hauptziel: Die Pyramide einfärben. Das wichtigste Element auf dem Spielfeld ist eine Anordnung von Insert-Lämpchen, die eine 3D-Pyramide (wie im Videospiel) nachbilden. Jedes Mal, wenn die Kugel über bestimmte Kontakte, Bahnen oder Targets rollt, „springt“ Q*bert auf der Pyramide weiter. Das getroffene Feld wechselt dadurch seine Farbe (die Lampe leuchtet auf). Sobald die gesamte Pyramide komplett beleuchtet ist, schaltet das Spiel in den nächsten Level und der Spieler erhält erhebliche Bonuspunkte.
Die wichtigsten Features auf dem Spielfeld: Die Q*B*E*R*T Targets: Über dem oberen Flipperfinger-Paar befinden sich fünf Drop Targets (Klappziele), die die Buchstaben Q-B-E-R-T bilden. Das vollständige/wiederholte Abräumen dieser Targets erhöht den Bonus-Multiplikator und schaltet den Extraball frei. An den oberen Seiten des Spielfelds befinden sich zwei Auswurföffnungen (Scoops/Kicker). Wenn die Kugel dorthin geschossen wird, simuliert dies die fliegenden Scheiben aus dem Videospiel. Die Kugel wird nach oben transportiert und sicher wieder ins Spiel gebracht, während gleichzeitig Bonuspunkte gutgeschrieben werden. Bestimmte Missionen oder Targets aktivieren „Coily“. Ihn zu „besiegen“ (durch das Treffen bestimmter markierter Ziele) bringt massive Punkte und verhindert vorübergehend, dass der Bonus zurückgesetzt wird.
Die Spielstrategie des Q*Bert:
Das Herzstück der Punktejagd ist die Pyramide aus 6 Würfeln (Qubes) in der Mitte. Triff die Rollover-Kontakte und Targets, um alle 6 Würfel einzufärben. Jede fertige Pyramide bringt sofort dicke Punkte und wird im Bonusspeicher für das Ballende (Outhole Bonus) registriert. Schafft man es, innerhalb eines Spiels 6 komplette Pyramiden aufzubauen, schaltet der Flipper ein Freispiel (Special / Free Game) frei. Der gesammelte Pyramiden-Bonus nützt beim Ballverlust nur dann richtig viel, wenn der Multiplikator maximal ist: Räume dafür wiederholt die Q-B-E-R-T Drop Targets auf der linken Seite komplett ab. Jedes vollständige Set erhöht den Multiplikator schrittweise bis auf 5x. Beim Ballverlust wird der Pyramiden-Bonus (20.000 Punkte pro fertige Pyramide + 3.000 Punkte pro aktivem Würfel) dann verfünffacht. Den Punkte-Raub verhindern (Die Schurken abwehren): Das ist die eigentliche Schwierigkeit und der Schlüssel zu dauerhaft hohen Punktzahlen. Die drei Bösewichte aus dem Arcade-Spiel – Ugg, Wrong Way und Coily – bewegen sich auf dem Spielfeld in Form von Lichterketten unaufhaltsam auf deine Pyramide zu. Die Gefahr: Erreicht ein Bösewicht das Ende seiner Bahn, „stiehlt“ er dir eine bereits fertiggestellte Pyramide oder schaltet ein beleuchtetes Feld wieder ab. Dein mühsam aufgebauter „Jackpot“ schrumpft. Die Abwehr (Der Loop Shot): Du musst die Kugel durch die große Achter-Schleife (Figure 8 Loop) auf dem Spielfeld jagen. Wenn du 3 Kontakte in dieser Schleife hintereinander triffst, wird der aktuell angreifende Bösewicht komplett gelöscht.
Den ultimativen Extra-Ball-Bonus abgreifen. Wenn es gelingt, alle drei Bösewichte direkt beim Start ihrer Angreifer-Leiste einzufrieren (also alle drei erfolgreich zurückzudrängen, bevor sie überhaupt richtig vorrücken können), leuchten die drei zentralen „Villain Lamps“ auf. Dies belohnt dich mit dem Extra Ball. In der Standard-Einstellung (3-Ball-Spiel) bleibt dieser Fortschritt sogar von Kugel zu Kugel erhalten.
Tipps für das „X-Layout“: Da sich die vier Flipperfinger über Kreuz steuern lassen (linker Knopf steuert oben-links und unten-rechts / rechter Knopf steuert oben-rechts und unten-links), erfordert das Spiel eine völlig andere Taktik als normale Flipper: Obere Finger nutzen: Die oberen Flipperfinger sind ideal, um die Kugel gezielt in die oberen Drop Targets oder die Teleporter-Scoops zu schießen. Das Fangen der Kugel (Ball Trap) ist extrem schwierig, da das Anheben des unteren Fingers immer auch den diagonal gegenüberliegenden oberen Finger bewegt. Es ist oft effektiver, die Kugel direkt aus dem Fluss (On-the-fly) zu spielen.


