Bally · 1980
Space Invaders

Der bekannteste klassische Widebody Flipper der 70er und 80er Jahre ist ohne Zweifel der Space Invaders von Bally. Eine Auflage von 11400 Maschinen dürfte für einen Widebody gleichzeitig auch einen Verkaufsrekord darstellen.
Der Space Invaders ist der erste Flipper dessen Thema und Motiv auf einem Videospiel basierte. Das Telespiel Space Invaders selbst war der erste Blockbuster unter den Videospielen. Ballys Videospielabteilung (Midway) hatte damals die Rechte von Taito lizenziert und versuchte nun möglichst viel Geld daraus zu machen. Deswegen benutzte man die gekauften Rechte nun ein zweites Mal, eben für den Flipper.
Das Backglas des Flippers zeigt einen Alien. Dieser scheint vom Alien des gleichnamigen Filmes inspiriert worden zu sein. Das sah wohl auch der Inhaber der Alien-Rechte so und es kam zu einem Rechtsstreit. Aus diesem Grund brach Bally nach 11400 Maschinen die Produktion ab. Diese Maschinen wären aber schon verkauft worden bis zu einem Urteil. Deswegen kam es nach der Produktionseinstellung nicht mehr zu einem Gerichtsverfahren.
Das Backglas selbst besteht beim Space Invaders aus zwei Scheiben. Auf der einen ist der große Alien zu sehen und der Rest ist verspiegelt. Dies ist die hintere Scheibe. Die vordere Scheibe ist ebenfalls teilverspielgelt und halbdurchsichtig. Zwischen diesen Scheiben ist noch ein Lauflicht aus 32 Lampen montiert. Durch die beiden (teil-) verspiegelten Scheiben entsteht dabei ein Tunnel- bzw. Unendlichkeitseffekt welcher auf die Spieler sehr anziehend wirkte.
Der Sound des Flippers ist ebenfalls dem Videospiel nachempfunden. Auch der Backgroundsound ist genau wie beim Videospiel und auch er wird im Verlauf des Spieles schneller.
Nach dem Abschuss gelangt die Kugel zur oberen Spielfeldhälfte, wo sie durch eine von drei Lanes direkt in eine Gruppe von drei Schlagtürmen läuft. Rechts davon ist eine Lane mit Spinner, die die Kugel wieder nach unten geleitet. Links davon ist die Clone Chamber, eine Messengerkugel mit eigener Wertung.
In der Mitte direkt unterhalb der Schlagtürme ist ein kleines Hufeisen an dem der Spieler mit ein bisschen Übung den Bonusmultiplikator erhöhen kann. Links finden wir noch eine dreifache Targetbank. Ein Einzeltarget an der rechten Seite versperrt zunächst den Weg zum Kugelabschuss. Wenn das Geräusch des Mystery-Schiffes ertönt wertet dieses Einzeltarget 50000 Punkte.
Der Space Invaders verfügt über 4 Flipperfinger. Ein Satz normale Flipperfinger und ein Satz kleine Flipperfinger direkt über ihnen. Auf jeder Seite gibt es deswegen eine Outlane und zwei Inlanes. Jeweils eine Inlane zu den kleinen Flippern und je weine zu den normalen Flipperfingern.
Auch die Werbung für den Space Invaders konnte sich sehen lassen. Sogar ein kleiner Comic wurde gedruckt. An dessen Ende stand dann die Frage alle Fragen:
“Laser Raketen konnten nicht alle Invaders stoppen. Welche neuen, brillanten Waffen müssen wir dieses Mal benutzen um den Planeten zuretten? Nuklearwaffen?”
Natürlich gab Bally auch gleich die Antwort: “Nein, nur eine kleine Silberkugel und ein paar Flipperfinger!”
Gebaut wurden 1979 11400 Maschinen. Das Spielfeld entwarf Jim Patla und die Grafiken stammten von Paul Faris.
Aus der alten Seite übernommen, von Frank noch nicht gegengelesen.


[Bilder in Originalgröße folgen von Frank: Backglas, Spielfeld, Maschine]