Jakobswege → Der Camino Portugués Central → Tag 12
Tag 12 · 23 Mai 2023
Caldas de Reis – Padrón
Caldas de Reis → Padrón · 20 km

Nach einer guten Nacht und einem guten Frühstück im Pilgercafé neben unserer Unterkunft starteten wir in Richtung Padron. Wie gewohnt quer durch die Natur durch kleine Dörfer und Wälder.





In der Nähe von Valga kamen wir dann an einer alten Wassermühle (Muíños de Valga) vorbei. Die Mühle ist nicht mehr in Betrieb, wurde aber restauriert und kann besichtigt werden. Man sieht unter anderem die schweren Mahlsteine, den Wasserzulauf und etwas von der Technik.




Danach geht es weiter über Felder und Wiesen.
Kurz vor Padron trafen wir dann ein wirkliches Unikat. In einer kleinen Hütte arbeitete ein alter Mann in historischer Kleidung an einem Tisch, hinter dem eine Kreuzritterfahne hing. Man konnte sich hier niederlassen und auch etwas Kaltes oder Warmes trinken. Man durfte ihn nur nicht bei der Arbeit stören, sondern musste die Pausen abwarten. Nahm man sich diese Zeit und hielt eventuell noch ein kleines Schwätzchen mit ihm und tätigte eine kleine Spende, wurde man mit einem wunderschönen 3-farbigen Sello (Stempel) belohnt. Nach seiner Aussage der älteste Stempel überhaupt auf dem Caminho Portugues.



2 Km weiter kamen wir an die Ponte de Padron die über den Rio Ulla führt. Der Rio Ulla markiert die Grenze zwischen den Bezirken Ponte Vella und Padron.

Nach überqueren der Brücke und einem Marsch durch die Gassen konnte man schon das Convento de Carmen erkennen.



In der Innenstadt von Padron standen wir dann vor der Igrexa de Santiago Apóstolo de Padrón, der Jakobskirche.
Wenn es nach der Kathedrale von Santiago eine Kirche gibt, die die Geschichte des Jakobswegs am besten repräsentiert, dann ist es die Jakobs-Kirche in Padrón.

Es handelt sich um ein Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das verschiedene Ären und Reformen durchlaufen hat und der erste Bau des 10. Jahrhunderts ist. Es wurde wenige Meter vom Ufer des Flusses Sar entfernt errichtet, wo der Überlieferung nach die Jünger das Boot anlegten, mit dem sie den Apostel während der Traslatio (Umbettung) von Palästina nach Galizien transportierten.
Das Wichtigste in der Kirche von Jakobs.Kirche ist die römische Ara, die sich unter dem Hauptaltar befindet. Diese Ara, Pedrón genannt, gibt der Stadt, in der sie liegt, ihren Namen und ist der jakobinischen Tradition zufolge die Ara, in der das Schiff vertäut wurde, mit dem die Jünger Theodore und Athanasius mit den Überresten des Apostels an Land kamen.

Ursprünglich wurde diese Ara von den Römern als Hommage an den Gott Neptun erbaut. Im Laufe der Zeit wurde sie jedoch vom Christentum als Hafenelement uminterpretiert an dem Schiffe festgemacht (vertäut) wurden.
Zusätzlich zum Pedrón gibt es im Inneren der Kirche von Santiago verschiedene Elemente, die sich auf den Apostel Santiago und die Geschichte der Traslatio beziehen. Von zwei Ölen des 18. Jahrhunderts bis hin zu einem Reliquiar unter anderem mit den Buchstaben S.JAC.M.AP.
Ebefalls im Stadtgebiet von Padrón befindet sich die Santuaguiño de Monte. Dies ist einer der Standorte mit der größten jakobinischen Tradition in Galizien. Am Fuße dieses Berges, auch San Gregorio genannt, gibt es einen reichhaltigen Raum der Spiritualität. Es handelt sich um eine archäologische Stätte, die bis in die Eisenzeit (3. Jahrhundert v. Chr.) zurückreicht. Der Überlieferung zufolge handelt es sich hier um den der heiligen Ort, an denen der Apostel Jakobus um das Jahr 40 n. Chr. das erste Mal auf der Iberischen Halbinsel predigte. Wenn man die 114 Stufen hinaufgeht, steht man vor dieser Stelle. Ebenfalls befinden sich dort eine kleine Kapelle und eine Einsiedelei.




Nicht weit entfernt ist der Convento del Carmen, das Erste Konvent des Ordens der Barfüßigen Karmeliterinnen in Galicien. Es wurde Mitte des 18. Jh. von Mutter Maria Antonia de Jesús auf einem Grundstück der Grafen von Priegue aus Granit errichtet.
Unsere Herberge lag etwas außerhalb der Altstadt von Padron, aber ein kleiner Supermarkt und ein Restaurant waren direkt nebenan. In diesem Restaurant bekam ich dann den ersten Hamburger meines Lebens mit Thunfisch…

