Jakobswege → Der Camino Portugués Central → Tag 13
Tag 13 · 24 Mai 2023
Padrón – O Milladoiro
Padrón → O Milladoiro · 20 km

Heute stand die letzte längere Etappe, die uns bis an den Rand von Santiago de Compostela führt an.
Der nächste Ort auf unserem Weg war Iria Flavia, wo eine riesige Kirche steht.






Iria liegt am Zusammenfluss der Flüsse Sar und Ulla, war eine Hafenstadt und der Hauptsitz des keltischen Stammes der Capori, an der Straße zwischen Braga und Astorga. Die Römer bauten die Straße als Via XVIII oder Via Nova wieder auf und gründeten den kelt-iberischen Hafen als Iria Flavia (Flavisches Iria”) zu Ehren des römischen Kaisers Vespasian neu. Spätestens 561, vielleicht schon ab 400 n. Chr., war Iria Sitz eines Bistums, das auf Lateinisch auch Locus Sancti Iacobi (Ort des Heiligen Jakobus, spanisch Santiago) genannt wurde. Es wurde Suffragan (Diözese als ein untergeordneter Teil einer Erzdiözese) des Metropoliten der Erzdiözese Braga und teilte seinen Sitz mit Santiago de Compostela, das sich zum wichtigsten Pilgerziel Iberiens entwickelte (in Konkurrenz zu Rom und Jerusalem) und 1095 dorthin verlegt wurde.
Die moderne Stadt an der Stelle der Iria Flavia ist Padrón. Unter Adaulfus (Ataulf) II. wurde die Stadt von nordischen Piraten zerstört, und Bischof und Kapitel suchten Zuflucht hinter den starken Mauern von Compostela. Schon bald baten sie Ordoño II. von León und Papst Nikolaus I. um die Erlaubnis (um 860), den Sitz von Iria nach Compostela zu verlegen, in die Nähe des Grabes und der Kirche des Heiligen Jakobus (gegründet um 835).
Sowohl der Papst als auch der König stimmten unter der Bedingung zu, dass die Ehre des Sitzes zwischen den beiden Orten aufgeteilt werden sollte. Aus Ehrfurcht vor dem Leib und dem Grab des heiligen Jakobus entzog Urban II. mit einer Bulle vom 5. Dezember 1095 Iria den Bischofsrang und übertrug den gesamten Bischofssitz nach Compostela.
Unser Weg führte uns weiter nach Rúa de Francos, wo wir eine kleine Pause einlegten.




Inzwischen war klar, daß wir in der Pilgerherberge von O Milladoiro keine Betten bekommen würden. So verlängerte sich unser Weg um weitere 4 Km an den Stadtrand von Santiago de Compostela nach Rocha Vela. Auf dem Weg kamen wir an einer kleinen Kapelle vorbei, der Capilla da Santa Maria Magdalena wo wir einen Sello suchten, aber leider nicht fanden.

In Rocha Vela konnten wir noch einen Blick auf die Ruinen von Rocha Forte werfen.

Die Burg befand sich an einer strategisch günstigen Stelle an der Straße vom Dorf Padrón nach Santiago. Die Pilger folgten diesem Weg von Portugal aus. Die Burg liegt nicht wie viele andere Festungen auf einem Hügel, sondern in einem Tal, wo sie den gesamten Verkehr in die Stadt kontrollieren konnte. Die Burg diente nicht nur zur Verteidigung, sondern auch als Sitz des Erzbischofs.
Dann ging es ab in die Herberge Casa de Mamá wo wir die letzte Nacht vor Santiago de Compostela verbrachten.


