Jakobswege → Der Camino Portugués Central → Tag 3
Tag 3 · 14 Mai 2023
Rates – Barcelos
Rates → Barcelos · 17 km

Nach einem leckeren Frühstück mit Omelette ging es heute auf den Weg nach Barcelos.

Der Weg führt hauptsächlich durch menschenleere Gegenden, die durch Landwirtschaft und Wälder geprägt sind.

In Macieira de Rates liegt ein Pilgerpark der zum Ausruhen einlädt. Sitzgelegenheiten und Fahrradständer sind ebenso vorhanden wie ein kleiner Grillplatz und ein Bach. Auf dem Platz ist auch ein gallischer Hahn zu sehen, das Nationalsymbol der Region um Barcelos.

Laut Überlieferung waren die Bürger des Ortes beunruhigt, weil ein Verbrechen begangen worden war und der Schuldige nicht gefunden werden konnte. Eines Tages tauchte ein Galizier auf, der sich verdächtig machte, und die Obrigkeiten beschlossen, ihn festzunehmen. Obwohl er seine Unschuld beteuerte, glaubte niemand seine Behauptung, dass er als Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela war, um dort ein Gelübte einzulösen.
Der zum Tod durch den Strang Verurteilte bat darum, dem Richter vorgeführt zu werden, der gerade mit einigen Freunden bei einem Festschmaus saß, und wiederholte seine Unschuldsbekundungen. Als niemand ihm glauben wollte, deutete der Galizier auf einen gebratenen Hahn, der auf dem Tisch stand, und sagte: “So wahr ich unschuldig bin, so wahr wird dieser Hahn krähen, wenn ich gehängt werde.
Und das, was niemand für möglich gehalten hatte, geschah! Als der Pilger gerade gehängt werden sollte, erhob sich der Hahn vom Tisch und krähte. Der Richter rannte zum Galgen, und als er sah, dass ein Knoten im Seil verhindert hatte, dass sich die Schlinge um den Hals des Verurteilten zuzog, ließ er ihn augenblicklich befreien und in Frieden seines Weges ziehen.
Einige Jahre später kehrte der Pilger nach Barcelos zurück und ließ ein Denkmal zu Ehren des Heiligen Jakob und der Jungfrau Maria errichten.
Die Darstellung des bunten Hahns von Barcelos war viele Jahre lang Wahrzeichen des Tourismus von Portugal.

Der Weg führte uns weiter nach Pedra Furada. Dort steht eine Kirche, die Igreja Paroquial de Santa Leocadia de Pedra Furada die ein bisschen so aussieht wie eine Kirche aus den alten Terence Hill / Bud Spencer Filmen.

Auf dem Vorplatz der Kirche steht ein großer Stein mit einem Loch in der Mitte.

Die Legende besagt, dass die heilige Leocadia, die lebendig begraben wurde, in ihrem Widerstand gegen den Tod und durch die Kraft ihrer vielen Tugenden ihren Kopf erhob und den schweren Stein, der auf ihr Grab gelegt wurde, „durchbohrte“.
Derselbe Stein, der den Deckel des Grabes bildete, befindet sich heute neben der Pfarrkirche der Gemeinde Pedra Furada.
In Pedra Furada selbst machten wir dann Pause im Restaurant von Antonio.

Antonio ist ein Jakobsweg-Original das sich rührend um seine Gäste kümmert. Die ganze Wand ist voll mit Erinnerungen von Pilgern aus aller Welt. Er bittet jeden Pilger sich im Gästebuch einzutragen. Auch das Essen dort ist sehr lecker und frisch zubereitet.
Über die Ponte de Barcelos oder Ponte Medieval die über den Fluss Cávado führt und 1325 im Auftrag von Pedro Afonso, Graf von Barcelos errichtet wurde, ging es dann hinein nach Barcelos.

Das erste was man nach der Brücke sieht, sind die Ruinen der 1425 erstmals fertiggestellten Burg- und Palastanlage Ruínas do Paço dos Duques de Bragança, auch Ruínas do Paço dos Condes de Barcelos genannt, die mit das mittelalterliche Zentrum der Stadt bilden.

Mitten in dieser Altstadt befand sich auch unsere Herberge „In Barcelos“.